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Starting over 2022 - die Rückkehr zur Normalität?

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Warum aus Hundeschule Tirol jetzt die Munde-Hunde werden!

Seit 2006 gibt es die Hundeschule Tirol und eines kann ich jetzt schon ganz "flapsig" sagen: es war eine geile Zeit. Wunderbare Kunden*innen, tolle Kurse und viele Abenteuer - ganz nach meinem Geschmack. Dafür bedanke ich mich bei allen von ganzem Herzen.

In den letzten Jahren haben sich aber Veränderungen angeschlichen, die ich nicht mehr ignorieren will.

So hat sich z. B. das Arbeits- und Freizeitverhalten der Menschen verändert. 2006 hat Martin in der Hundeschule noch Halbjahreskarten, ja sogar Ganzjahreskarten für die Gruppen verkauft. Heute ist es mit immensem Aufwand verbunden, 4-6 Menschen für 4 Termine unter einen Hut zu bekommen. Denn da fährt man mal kurz "wellnessen" und da haben die Kinder Skirennen und da ist Fortbildung. Biete ich heute einen Termin für ein Einzeltraining in 14 Tagen an, bekomme ich immer häufiger die Antwort: "Mmh, ja das weiß ich nocht nicht, ich kann nicht sagen, ob ich da arbeiten muss." Unser Alltag hat sich einfach verändert.

Auch das Wetter hat sich verändert. Ich trainiere auf 1.100 Metern Seehöhe. Der Klimawandel ist hier angekommen, ohne wenn und aber. Heftige Gewitter, Starkregen, Sturm oder unfassbare Schneefälle innerhalb von 24h, zwingen mich immer wieder abzusagen. Kurse ziehen sich so in eine Länge, die sich keiner wünscht.

Dann wäre da noch die neuen Mitbewerber*innen im Internet. Unendlich viele Informationen und auch Trainings gibt es mittlerweile ONLINE - sehr oft auch kostenlos. So kommen immer öfter Kund*innen, die mir erklären: "Das Signal XY brauchen wir  nicht - das haben wir schon online trainiert. Wir möchten nur z.B. das "Stopp" trainieren." Ups - in Trainingspaketen denken, ist nicht mehr angesagt. Ich behaupte mal ganz frech, in 10 Jahren wird kaum noch jemand eine Hundeschule für das Training der Grundsignale besuchen.

Das wären schon drei sehr gravierende Änderungen, aber bei jedem Unternehmen geht es auch immer um Wirtschaftlichkeit. Eine Hundeschule als Einzelperson ist nur dann wirtschaftlich, wenn man 6 Tage die Woche zwischen 6-10 Std. auf dem Platz steht und möglichst viele Gruppen hat. Und dann kam der Virus, dessen Namen wir nicht nennen wollen.

Die Hundepension war leer. Die Hundeschule war zuerst geschlossen und dann waren Einzeltrainings möglich. In dieser Situation haben Martin und ich mal sehr genau auf das Hamsterrad geschaut, in dem wir so unsere Runden liefen. 7 Tage die Woche Hundepension mit einem 24-Stunden-Dienst, die Hundeschule mit einem ebenfalls langen Tag und die Futterkiste. Eine Beziehung, Familie und eigene Tiere hätten wir auch noch. Work-Life-Balance sieht anders aus.

Was viele nicht wissen, Martin ist Tischlermeister. In der Pandemie hat er seine Liebe zu Holz- und Parkettarbeiten wieder entdeckt und das hat uns quasi gerettet. Und nicht nur das, Martin möchte es weiter machen. Hundepension, Futterkiste, Hundeschule und unsere Viecherei kann ich aber nicht allein stemmen. So haben wir die Futterkiste geschlossen. Jetzt blieb noch die Frage nach der Hundeschule und der Pension. Beides geht nicht, das ist eine einfache Rechnung.

Nach einigem Hin- und Herdenken manage ich jetzt die Hundepension und aus allen genannten Gründen wird es die klassische Hundeschule Tirol so nicht mehr geben. Ich fokussiere mich auf Verhaltensprobleme -speziell Angsthunde- live in der Leutasch oder eben online. Die Spaß - und Beschäftigungkurse, die mir so Spaß machen, wird es jetzt ONLINE geben. Den Beginn machen die Hundekrimis und das Hundeyoga. Ideen habe ich da viele, Ihr kennt mich ja. Welpenkurse oder Gruppentrainings kann ich nicht mehr anbieten. Hier wendet euch bitte an die zahlreichen Kolleg*innen.

Damit beginnt für uns nach Corona ein "neues" Normal, auf das wir uns sehr freuen.

Da "Hundeschule" als Begriff schon immer irreführend war, denn es lernen ja eher Menschen ;-), nutze ich gleich die Gelegenheit und taufe das neue Konstrukt auf den Namen "Munde-Hunde". Warum? Weil das Team Mooserhof am Fuße der "Hohen Munde" lebt, liebt und arbeitet.

Natürlich sind jetzt einige möglerweise traurig, aber wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, darf man nicht still stehen und sich überrollen lassen.

In diesem Sinne: wir sehen uns in der Leutasch - online, in der Pension oder eben weil Euer Hund verhaltenskreativ ist.

Wir senden Euch echt hundige Grüße - Bettina, Martin, Yoghi, Ronja und die beiden Pensionisten Finn & Duffy.

 

 

 

 

 

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